Geologie der Schweiz

| 12. März 2020

Die Schweiz war vor über 150 Millionen Jahren von einem Meer bedeckt. Durch das Zubewegen der afrikanischen Platte auf die eurasische Platte entstanden die Alpen und das Juragebirge. Die Ablagerungen des Meers sowie die afrikanische Platte haben die Geologie der Schweiz massgebend geprägt. Die Details der Topologie hat die Schweiz den Eiszeiten der letzten zwei Millionen Jahren zu verdanken.

Die Schweiz besteht grob aus vier verschiedenen Gesteinsschichten. Das Jura besteht aus Sedimentgestein (Kalkgestein, Mergeln, Ton und Anhydrit/Gips). Das Molassebecken im Mittelland besteht aus Abtragungsmaterial (Sandgestein, Nagelfluh, Silt und Mergeln). Das Helvetikum bei den Nordalpen besteht wiederum aus Sedimentgestein (Mergeln und Kalken). Die Zentral- und Südalpen besteht aus kristallinem Gestein (Granit und Gneis).

Übersicht: Geologie der Schweiz (Quelle: Nagra)

Die Alpen entstanden vor rund 30 Millionen Jahren als sich die afrikanische Platte auf die eurasische Platte zubewegt. Dadurch wurden die Alpen angehoben. Bei diesem Prozess ist gleichzeitig auch das Juragebirge gebildet worden, wo sich das Sedimentgestein aufgefaltet hat durch den entstandenen Druck. Das Molassebecken im Mittelland entstand durch Abtragungsmaterial der sich hegebenden Alpen, welches ins Meer geschüttet wurde.

Kristallines Gestein

Der grösse Unterschied besteht zwischen dem kristallinen und Sedimentgestein. Granit und Gneis entstanden vor mehren hundert Millionen Jahren innerhalb der Erdkruste. Granit unterscheidet sich von Gneis durch seine Grobkörnigkeit, welche mit der unterschiedlichen Entstehung zu tun hat. Während Granit aus flüssigem Gesteinsschmelze tief unter der Erde entstanden ist, entstand der Gneis durch Umwandlung unter hohen Temperatur- und Druckverhältnissen aus Granit und Sedimantgesteinen. Versteinerte Fossilien kommen in den kristallinen Gesteinsarten nicht vor. Der höchste Berg aus kristallinem Gestein in der Schweiz ist die Dufourspitze im Kanton Wallis, welcher aus Gneis besteht und 4634 Meter über Meer liegt.

Granitfels
Granitfels beim Grimselpass

Sedimentgestein

Ganz anders ist die Entstehung von Sedimentgesteinen wie Kalkstein abgelaufen. Diese entstanden vor rund 150 Millionen Jahren durch die Ablagerung von Materialen im Meer, welches die Schweiz während der Jura Zeit (vor 200 – 145 Millionen Jahre) grösstenteils bedeckte. Deshalb findet man in Sedimentgestein auch Fossilien. Der höchste Berg Europas aus Sedimentgestein ist der Eiger im Berner Oberland. Der Gipfel liegt 3967 Meter über Meer und besteht aus Kalkstein.

Sedimentgestein oberhalb von Leukerbad

Das Molassenbecken befindet sich in Mittelland. Molasse ist ebenfalls eine Form von Sedimentgestein. Anders als Kalkstein entstand es jedoch nicht direkt durch Tiefmeerablagerungen, sondern nur Erosionsmaterial, welches bei der Gebirgsbildung abgetragen wurde, oder durch Ablagerungen in flachen Meeren. Der höchste Molassenpunkt in Europa ist der Speer im Kanton St. Gallen, welcher aus Nagelfluh besteht. Der Gipfel liegt 1950 Meter über Meer.

Speer im Toggenburg – der höchste Nagelfluhberg Europas

Informationen finden

Die Karte der Schweizer Eidgenossenschaft enthält einen Layer für die verschiedenen Gesteinsklassen. Damit ist es möglich, sich vor einer Wanderung ohne grossen Aufwand über die Gesteinsart zu informieren. Wer es etwas detaillierter haben will, verwendet den Vektorlayer GeoCover.

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