Wanderskala

| 18. Februar 2020

Nicht jeder Wanderweg ist gleich schwer. Das dürfte niemanden erstaunen. So gibt es einfache Wanderwege, die man problemlos mit Turnschuhen begehen kann, aber auch sehr anspruchsvolle Hochalpine Wanderwege, welche sehr anspruchsvoll sind und nur von sehr erfahrenen Berggängern begangen werden sollen. Die Einstufung eines Wanderweges ist die Schwierigkeit beim trocken, schneefreien Terrain. Bei nassen oder eisigen Verhältnissen, kann auch ein einfacher Weg zu einem schwierigen werden.

Wanderwegweiser (Foto: Irmgard  CC BY-SA 3.0 bearbeitet)

Die SAC Wanderskala ist in sechs Stufen unterteilt. Sie beginnt bei einfach T1 Wanderwegen und endet bei sehr anspruchsvollen Alpinen T6 Wanderwegen. Die Markierung der Wanderwege hängt von der Einstufung ab.

Wanderwege

T1 ist die einfachste Wanderstufe. Sie ist gelb markiert. Diese Wege sind gut abgesichert. Absturzgefahr ist so gut wie ausgeschlossen, da exponierte Stellen sehr gut abgesichert sind. Die Orientierung ist auch ohne Karte problemlos möglich. Bei diesen Wegen sind Wanderschuhe nicht zwingend nötig, bei längeren Wanderungen aber doch zu empfehlen wegen der besseren Dämpfung der Sohlen.

Die normalen Wanderwege sind mit gelben Wegweisern signalisiert.

Wanderweg beim Neuenburgersee (gelbe Markierung)

Bergwanderweg

Bei T2 Wanderungen ist das Trassee immer noch durchgehend. Das Gebände kann teilweise steil sein und auch Stellen beinhalten mit Absturzgefahr. Wanderschuhe sind empfehlenswert. Die Bergwanderwege sind weiss-rot-weiss markiert.

Die gleiche Markierung haben auch die Bergwanderwege der Stufe T3. Bei diesen Wegen sind Wanderschuhe Pflicht. Man sollte auch bereits etwas alpine Erfahrung haben. Die Weg ist nicht zwingend durchgehend sichtbar, ausgesetzt Stellen können mit Seilen oder Ketten gesichert sein, teilweise braucht man auch die Hände fürs Gleichgewicht. Teilweise hat es exponierte Stellen mit Absturzgefahr.

Bergwanderwege sind mit gelben Wegweisern signalisiert mit einem weiss-rot-weiss Pfeil am Ende.

Weg im Alpstein (weiss-rot-weisse Markierung)

Alpinwanderweg

Alpinwanderwege stellen eine erhöhte Anforderung ans Orientierungsvermögen, alpine Erfahrung und Trittsicherheit.

Bei T4 Wanderwege ist die Wegspur nicht zwingend vorhanden. An gewissen Stellen braucht es die Hände zum Vorwärtskommen. Das Gelände ist bereits recht exponiert. Der alpine Wanderweg kann schneefreie Gletscher (sogenannte apere Gletscher) enthalten, wobei schneefrei sich auf den Sommer bei normalen Verhältnissen bezieht. Die Gletscherspalten sind dann gut sichtbar. Bei schlechten Verhältnissen kann eine Gletscherausrüstung (Steigeisen, Seil, Klettergurt, etc.) nötig sein.

Alpine T5 Wanderwege sind oft weglos. Sie beinhalten auch einfache Kletterstellen (Kletterskala I). Es hat apere Gletscher und Firnfelder mit Ausrutschgefahr. Das Geände kann exponiert und anspruchsvoll sein. Bei diesen Wegen sollte man Bergschuhe tragen und gute Alpinerfahrung haben. Ebenso ist sind elementare Kenntnisse im Umgang mit Pickel und Seil nötig.

Noch schwierig sind die alpinen T6 Wanderwege. Hier gibt es Kletterstellen bis Stufe II. Es besteht erhöhte Absturzgefahr auf den meist weglosen Ruten. Es gibt sehr exponierte und heikle Stellen. Ein ausgezeichnetes Orientierungsvermögen, ausgereifte alpine Erfahrung und Erfahrung im Umgang mit alpinen Hilfsmittel ist Voraussetzung.

Alpinwanderwege sind mit blauen Wegweisern signalisiert und mit weiss-blau-weissen Markierungen versehen. Vor allem T5 und T6 Wanderwege sind häufig gar nicht markiert.

Weg auf den Pizol (weiss-blau-weisse Markierung)

Die SAC-Berg- und Alpinwanderskala kann vom Schweizer Alpenclub SAC heruntergeladen werden.

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Published in: Übers Wandern